
Prüfen bis zum Alt-Text: Googles neue Hinweise zu KI-Inhalten
Am 1. Oktober hat Google seine Seite zu KI-generierten Inhalten erweitert. Seitdem steht dort, alle KI-Inhalte sollten vor der Veröffentlichung von Hand geprüft werden, Titel, Meta-Beschreibungen, strukturierte Daten und Alt-Texte eingeschlossen. Die SEO-Expertin Lily Ray liest das als Vorzeichen eines großen Updates. Das ist ihre Prognose. Die Liste der Felder dagegen steht schwarz auf weiß bei Google. Sie trifft die Stellen, an denen in Automationen am wenigsten gelesen wird.
Was Google geändert hat
Die deutsche Fassung der Google-Dokumentation ist eindeutig: „Es ist wichtig, alle KI-generierten Inhalte vor der Veröffentlichung manuell auf Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit zu prüfen.“ Das gelte auch für Metadaten, die in den Suchergebnissen erscheinen können. Als Grund nennt Google, dass Sprachmodelle wahrscheinliche Wortfolgen aus ihren Trainingsdaten vorhersagen. Ihre Ausgaben können deshalb Fehler enthalten. Im Änderungsprotokoll begründet Google die Erweiterung zurückhaltend: Man gleiche die Dokumentation mit den Richtlinien für Qualitätsbewerter und mit den eigenen Vorträgen auf Entwickler-Events ab. Eine neue Regel kündigt Google damit nicht an.
Aufwand wird zum Maßstab
Zur selben Zeit hat Google seine Hinweise zu hilfreichen Inhalten ergänzt. Dort steht jetzt, woran Qualitätsbewerter den Hauptinhalt einer Seite messen: Aufwand, Originalität, Können und Genauigkeit. Große Mengen KI-Text ohne manuelle Aufsicht nennt Google als Beispiel für wenig bis keinen Aufwand. Neu ist auch ein Absatz zu Autorenangaben: Wer Autorenprofile erfindet, etwa mit KI-generierten Porträtfotos, ausgedachten Namen oder falschen Qualifikationen, täuscht nach Googles Worten. Jede Täuschung gilt als Zeichen einer minderwertigen Seite.
Warum Lily Ray ein großes Update erwartet
Ray beschreibt in ihrer Analyse bei Search Engine Journal einen Kreislauf: Eine Taktik funktioniert, verbreitet sich und wird irgendwann von Google ausgehebelt. Vor dem großen März-Update 2024 lief es so. Im September 2023 hatte Google die Formulierung „written by people“ aus seinen Hinweisen gestrichen, sechs Monate später kam die Richtlinie gegen massenhaft erzeugte Inhalte. Heute zählt Ray vier Spam-Updates in diesem Jahr, im ganzen Jahr 2025 war es eines. Googles Gary Illyes sagte zuletzt in Barcelona, massenhaft erzeugter Content werde zu einem größeren Problem als Link-Spam. Ob und wann ein großes Update kommt, weiß niemand außerhalb von Google.
Wie das bei meinem Blog aussieht
Dieser Blog entsteht selbst mit einer Automation. Ein Themenscanner schlägt Themen vor, ich wähle in Trello aus, ein Workflow schreibt daraus einen Entwurf samt Metadaten. Bevor etwas live geht, prüfe ich jeden Entwurf gegen die Quellen. In den letzten Wochen hing dabei einiges fest. Ein Entwurf enthielt einen Kundenfall, den es nie gab, ein anderer schrieb eine Zahl der falschen Quelle zu, zwei verlinkten auf Seiten, die nicht existieren. Der Entwurf zu diesem Artikel hatte Googles „critical“ im SEO-Titel mit „kritisch“ übersetzt. Auf Deutsch heißt das, Google sehe die Prüfung kritisch. Der Fehler stand in einem Feld, das kein Leser im Artikel sieht, nur in den Suchergebnissen.
Warum die Metadaten zuerst durchrutschen
Den Fließtext liest vor dem Livegang meist jemand. Titel, Meta-Beschreibung und Alt-Text entstehen im selben Durchlauf und landen ohne eigenen Blick im System, weil sie als Nebensache gelten.

Diese Felder nennt Google jetzt beim Namen. Ich behandle sie deshalb als eigene Texte mit eigener Prüfung. Wie ich Freigaben in Automationen grundsätzlich einbaue, beschreibe ich unter KI-Automation mit Kontrolle.
Dein nächster Schritt
Schreib alle Felder auf, die auf deiner Website eine KI befüllt. Neben dem Fließtext gehören Titel, Meta-Beschreibungen, strukturierte Daten, Bildunterschriften und Alt-Texte dazu. Hinter jedes Feld kommt ein Name, und diese Person gibt frei, bevor etwas live geht. Prüf im selben Zug deine Autorenangaben: Steht dort ein echter Mensch mit echter Qualifikation? Wie so eine Freigabe als fester Schritt im Ablauf aussieht, zeige ich im Beitrag zum Redaktionssystem. Die Prüfung kostet Zeit. Was sie im Verhältnis zur Ersparnis kostet, rechne ich in der Verifizierungssteuer vor.


